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FÄLLT WASSERFALLEN?

Der Automobil Club der Schweiz (ACS) steht vor einer einschneidenden Krise und inzwischen fast führungslos da. Was ist passiert?
Noch-ACS-Zentralpräsident Mathias Ammann sieht sich massiven Vorwürfen wie Urkundenfälschung und ungetreuer Geschäftsführung gegenüber und will sich am 23. Juni wohl nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Er behauptet allerdings, dass die Sektionen bewusst und systematisch falsch über ihn informiert worden seien, so dass man ihn schliesslich regelrecht aus dem Amt habe drängen können. Gegen ihn sei eine Intrige gelaufen.
Letzte Woche wurde dann auch ACS-Generaldirektor Stefan Holenstein mit sofortiger Wirkung von jeglichen Tätigkeiten für den Club, der 110 000 Mitglieder zählt, suspendiert, da Tatbestände zum Vorschein gekommen seien, welche eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr zuliessen, wie der ACS verlauten liess.
Nun ist naturgemäss die Suche nach einem neuen Präsidentschaftskandidaten für die Wahl anlässlich der Delegiertenversammlung am 23. Juni angelaufen.

Wasserfallen als neuer ACS-Präsident?
FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen (34, FDP Bern) stehe «als Präsdentaschaftskandidat zur Verfügung» und wird bereits als designierter Nachfolger Ammans gehandelt. Er war sogar von Stefan Holenstein persönlich portiert worden, welcher der Öffentlichkeit die Absetzung Ammanns als geordnete Stabsübergabe zu verkaufen versucht hatte. Mit Christian Wasserfallen schlage Holenstein den ACS-Delegierten «einen jungen, politisch versierten und im Rennsport aktiven Kandidaten» zur Wahl vor, wie einer Medienmitteilung letzte Woche zu entnehmen war.
Nota bene: Wasserfallens «Rennsportaktivitäten» hätten sich allerdings auf den Besuch des Bergrennens am Gurnigel als Zuschauer beschränkt, musste der Politiker einer grossen Schweizer Tageszeitung eingestehen. Zudem sei er seinen Peugeot RCZ R bereits auf Flugplätzen gefahren.

Saubermann-Image bröckelt …
Von der ACS-internen Schlammschlacht, welche die Abgänge des Direktors und Generalsekretärs begleiten, sowie von irgendwelchen Intrigen gegen Noch-Präsident Mathias Ammann, wollte Wasserfallen derweil nichts gewusst haben.
Unglücklicherweise beweisen nun geleakte E-Mails das Gegenteil. Sie belegen, dass Ruth Enzler, die Präsidentin der ACS-Sektion Zürich, Ammans Sturz von langer Hand geplant habe und dass auch Christian Wasserfallen laufend über den Fortschritt dieser Aktivitäten im Bild gewesen sein muss.
Der FDP-Politiker wollte sich, auf Anfrage derselben grossen Schweizer Tageszeitung, indes zu jenen E-Mails nicht äussern und betonte, dass er nach wie vor als Präsidentschaftskandidat zur Verfügung stünde. Der 23. Juni wird sich wohl weisen, unter wessen Führung der ACS künftig operieren wird.


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